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Phrynosoma coronatum 


 

Beschreibung/Vorkommen

Phrynosoma coronatum hat ihr natürliches Vorkommen an der Baja California. Die Tiere sind tagaktiv und bewohnen Halbwüsten und Prärien. Sie erreichen eine Gesamtlänge von ca. 10 cm. Die Nächte, sowie die Winterruhe verbringen sie eingegraben im Sand. In freier Natur stellt das Hauptfutter dieser Tiere Ameisen dar. Im Terrarium lassen sich gut Gruppen dieser Tiere halten, wobei sie eigentlich Einzelgänger sind und nur zur Paarung zusammen kommen. In einer veralteten Klassifizierung wurde Ph. coronatum, Ph. blainvilli und Ph cerroense als eine Art gelistet. Dies wurde überarbeitet, so dass nun jeder eine eigene Art darstellt.

Ph. coronatum sind geschützt und müssen bei der Behörde angemeldet werden!

 

Haltung/Verhalten

Bei der Haltung sollte unterschieden werden, ob es ausgewachsene Tiere sind, oder die Aufzucht von Jungtieren.

Meine Jungtiere halte ich in offenen Aufzuchtboxen mit einer Größe von 60x40x18 cm (LxBxH). Diese Boxen sind mit ca. 5 cm Sand aufgefüllt und als Einrichtung habe ich Korkstücke, Äste und kleinere Steine eingesetzt. Eine Wasserschale steht immer bereit, ebenso eine kleine Petrischale für die Ofenfischchen. Als Material für die Boxen eignet sich jedes glatte Material (Plastik, Glas). Ich habe zusätzlich oben einen 5 cm dicken Edelstahl Rahmen als zusätzlichen Ausbruchschutz angebracht. Auf einer Seite der Box, sollte der Sand feucht gehalten werden. Man sollte zusätzlich zur Trinkwasserschale im Abstand von 2-3 Tagen den Jungtieren Wasser anbieten. Ich verwende hierfür eine kleine Spritze und gebe den Tieren so zusätzlich etwas Wasser. 

Meine größeren Tiere halte ich in einem 100x60x50 cm großen Terrarium. Das Terrarium ist mit einer Folie als Sichtschutz verkleidet. Kork verwende ich hier nicht, da die Tiere keine Kletterer sind. Mehrere Äste, Höhlen, Steine und Verstecke sind im Terrarium, welche auch alle genutzt werden. Als Bodengrund verwende ich normalen Terrariensand. Die Höhe des Sands sollte etwas höher sein, da sich die Tiere über Nacht teilweise vergraben. Natürlich ist auch eine Wasserschale im Terrarium vorhanden. 

Wie alle von mir gehaltenen Phrynosoma Arten sind auch Ph. coronatum sehr ruhige Tiere, die eigentlich den ganzen Tag über zu sehen sind. In der Paaarungszeit muss darauf geachtet werden, dass das Männchen nicht "übertreibt"! Männchen können in dieser Zeit sehr unnachgiebig sein und verbeissen sich regelrecht im Weibchen. Sollte dies auftreten wird das Männchen sofort einzeln gesetzt.

Bei den großen Tieren sind keinerlei Anzeichen von Stress oder Angst zu erkennen. Ich kann im Terrarium arbeiten, die Tiere bleiben stets entspannt. 

Die jungen Tiere sind anfangs nicht so entspannt. Gewöhnen sich aber schnell an einen. Es kann schon passieren, dass ein Tier mal wegrannt oder erstarrt. 

 

Beleuchtung/Temperatur

Auch bei diesen Tieren gilt es kann nie hell genug sein, daher liegt oben auf dem Terrarium eine LED Leiste, um das Terrarium auszuleuchten. Eine Wärmelampe erzeugt die benötige Temperatur. Um das benötigte UV zu erzeugen ist ebenfalls eine 23 Watt UV Lampe angebracht. 

Unter der Wärmelampe dürfen Temperaturen von 40 Grad und höher erreicht werden. Natürlich müssen im Terrarium auch kühlere Stellen geschaffen werden. Die Beleuchtungsdauer ist täglich 12 Stunden von 9 bis 21 Uhr. Um die Winterruhe einzuleiten wird die Beleuchtungsdauer stufenweise auf 8 Stunden reduziert. Da Beleuchtung bleibt noch eine Woche komplett, allerdings ohne zu füttern. In der Folgewoche wird die Beleuchtung stufenweise abgeschaltet. Nach ca. 4 Monaten Winterruhe wird die Beleuchtung über einen Zeitraum von 10 Tagen wieder nach und nach angeschaltet.

In meinen Aufzuchtboxen, ist im Abstand von ca. 35 cm eine 100 Watt UV-A und B Lampe angebracht. Somit werden direkt unter dem Spot ca. 40 Grad erreicht. Auf der gegenüberliegenden Seite herrscht Raumtemperatur (diese liegt bei mir bei ca. 24 Grad). 

 

Futter

Meine Tiere bekommen alle gängigen Insekten in der paasenden Größe (Heuschrecken, Heimchen, Asseln, Ameisen, Ofenfischchen). Alle Futerinsekten werden vor jeder Fütterung mit den entsprechenden Vitaminen behandelt. Ebenso werden die Insekten entsprechend gefüttert. In freier Natur sind Ameisen ein wesentlicher Bestandteil der Nahrung, dieses muss auch in der Haltung dieser Tiere beachtet werden und immer wenn möglich sollten (gerade im Sommer) Ameisen verfüttert werden. Bei jungen Tieren muss darauf geachtet werden, dass die Ameisen nicht zuviel Ameisensäure enthalten. Dies kann den Tieren schaden, daher sollten jungen Tieren nur rote oder gelbe Ameisen verfüttert werden. Bei ganz jungen Tieren haben sich als Futter Drosophila, Ofenfischchen und kleine Asseln bewährt.

 

Geschlecht

Bei diesen Tieren ist von Geburt an eine Unterscheidung der Geschlechter mit einer Lupe möglich. Bei den Männchen sind von Klein an 2 Schuppen unter der Kloake an der Schwanzwurzel erkennbar. Ausgewachsen ist der Unterschied deutlich erkennbar. 

 

Zucht

Ca. 2 bis 3 Wochen nach der Winterruhe beginnt die Paarungszeit. Das Männchen verbeisst sich dabei im Nacken des Weibchens. Sollte das Männchen mit seinen Paarungsversuchen zu aufdringlich sein und gar nicht mehr vom Weibchen ablassen, müssen die Tiere natürlich getrennt werden. Als Ablageplatz hat sich ein feuchter Sandplatz am besten bewährt. Der Sand sollte hierzu etwa 15 bis 20 cm hoch aufgeschüttet werden. Nach der Eiablage werden die Eier entfernt und bei 28 Grad in den Inkubator gelegt.